Film- und Vortagsabend über Knicks war ein voller Erfolg

Ja, auch konventionelle Landwirte können viel für Natur und Artenvielfalt tun. Und wie!


Heiner Staggen, Landwirt aus Schipphorst im Kreis Plön und Gewinner des Knickwettbewerbes „Best gepflegter Knick in Schleswig- Holstein 2017“ hat am 1. April im Bürgerhaus in Itzstedt einen mitreißenden Vortrag über Ursprung, Sinn und Zweck der sogenannten Knicks gehalten und den gut 50 Gästen einen anschaulichen Dokumentarfilm gezeigt.

Mit viel Herzblut und Sprachwitz nahm er uns mit in die Geschichte unseres Bundeslandes, erklärte dass der Dänenkönig Christian VI im Jahre 1737 in der „Holtz- und Jagdverordnung“ erstmals empfohlen hatte, die Wiesen und Felder mit lebenden Hecken als Alternative zu hölzernen Zäunen einzufrieden. Dazu sollten auf etwa einen Meter hohen Erdwällen die Schößlinge (also die kleinen Pflanzen) eine Handbreit über dem Boden abgeknickt werden, um eine dichtere Struktur des Bewuchses zu erzeugen. Daher der Name!


Begeistert berichtete Staggen, der sich seit 2023 auch Knickbotschafter Schleswig-Holsteins nennen darf, wie wichtig bei der Pflege der Wallhecken eine sorgfältige Arbeit ist und dass jeder Knick alle 10 bis 15 Jahre „auf den Stock gesetzt“ werden muss, also kurz über dem Boden abgesägt werden muss, um die Dichte des Bewuchses zu erhalten. Auf diese Weise entstehen faszinierende Habitate für zahlreiche Tiere, wie Insekten, Singvögel, Niederwild, aber auch Heimstätten für verschiedenste Fledermausarten. Die alle 50-60 Meter stehenden sogenannten Überhälter – alte Bäume, die zu voller Höhe wachsen dürfen – bieten zudem Lebensraum für Greifvögel.


Fast 60.000 Kilometer Knicks prägen insgesamt unser Bundesland, sie sind inzwischen immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO, dienen der Biodiversität und sind aber auch willkommene Energieträger für unsere Wärmeerzeugung, denn die immer fortlaufende Knick-Pflege bringt ungefähr 200.000 Tonnen Hackschnitzelholz zur Energiegewinnung pro Jahr.


In einer munteren Diskussionen beantwortete Staggen zahlreiche Fragen und entließ die interessierten Zuhörer nach gut zwei Stunden, die wie im Fluge vergingen, in die Frühlingsnacht der schleswig-holsteinischen Knicklandschaft von Itzstedt.